Hashimoto Frankfurt: wenn L-Thyroxin allein nicht reicht
Sie nehmen L-Thyroxin, und die Erschöpfung bleibt trotzdem. Sie frieren, Sie nehmen zu, obwohl Sie kaum essen. Die Werte sind im Normalbereich, heißt es, und trotzdem fühlen Sie sich nicht so. Vielleicht haben Sie gehört, Hashimoto sei eben eine chronische Erkrankung, mit der man leben muss.
Wenn Sie sich darin wiedererkennen, sind Sie nicht allein. Viele Patienten in meiner Praxis in Frankfurt-Praunheim erzählen mir seit über dreißig Jahren dieselbe Geschichte.
Bitte vorab: Wenn Ihnen L-Thyroxin verordnet wurde, setzen Sie es nicht eigenmächtig ab und verändern Sie die Dosis nicht ohne Rücksprache mit Ihrem Arzt. Eine naturheilkundliche Behandlung tritt nicht an die Stelle der ärztlichen Therapie, sie kommt dazu. Alles, was die Medikation betrifft, gehört in ärztliche Hand.
Was bei Hashimoto geschieht
Die Hashimoto-Thyreoiditis ist eine Autoimmunerkrankung. Das Immunsystem richtet sich gegen die eigene Schilddrüse, das Gewebe wird über Jahre geschädigt, die Hormonproduktion sinkt, der Stoffwechsel verlangsamt sich. Die Beschwerden sind vielfältig: anhaltende Müdigkeit, Gewichtszunahme, Kälteempfindlichkeit, Haarausfall, gedrückte Stimmung, Konzentrationsstörungen, Gelenkschmerzen.
Die ärztliche Behandlung besteht in der Regel aus der Gabe von L-Thyroxin, also dem Ersatz der Hormone, die die Schilddrüse nicht mehr ausreichend bildet. Das ist in vielen Fällen notwendig und richtig.

Ersetzen ist nicht dasselbe wie regulieren
Ich erlebe in meiner Praxis häufig, dass die Behandlung chronischer Erkrankungen über Jahre auf einem einzigen Prinzip beruht: ersetzen, was fehlt. Für den akuten Fall ist das richtig. Für einen Verlauf über Jahrzehnte ist es aus meiner Sicht zu wenig gedacht.
Denn eine Frage bleibt dabei unbeantwortet: Warum richtet sich das Immunsystem überhaupt gegen die eigene Schilddrüse? Mit dieser Frage beschäftige ich mich.
Was ist der Auslöser von Hashimoto?
Darauf gibt es keine einzelne Antwort. Eine familiäre Veranlagung spielt eine Rolle, hormonelle Umbrüche, anhaltender Stress, und möglicherweise zurückliegende Infektionen. In meiner Praxis gehe ich diesen Spuren nach, statt sie offen zu lassen.
Ein Faktor, den ich mir ansehe: das Epstein-Barr-Virus
Fast jeder Erwachsene trägt das Epstein-Barr-Virus in sich, meist als stillen Begleiter nach einem Pfeifferschen Drüsenfieber in der Jugend. Bei den meisten Menschen ruht es ein Leben lang. In Phasen hormoneller Umstellung, also in Pubertät, Schwangerschaft oder Wechseljahren, und unter anhaltendem Stress kann es wieder aktiv werden.
Ob daraus ein Zusammenhang mit Hashimoto entsteht, ist wissenschaftlich nicht geklärt. Es gibt aber einen Befund, der mich beschäftigt: Eine pathologische Untersuchung aus dem Jahr 2015 fand in 21 von 24 Schilddrüsenproben von Hashimoto-Patienten Spuren des Virus, in den Vergleichsproben dagegen in keiner einzigen.
Was dieser Befund nicht ist: ein Beweis. Die Untersuchung umfasste insgesamt nur 26 Fälle. Bei Morbus Basedow, einer anderen Schilddrüsenerkrankung, fand sich das Virus ebenfalls in rund 62 Prozent der Proben, es ist also nicht Hashimoto-spezifisch. Die Autoren selbst formulieren vorsichtig und weisen auf die kleine Fallzahl hin.
Janegova A. et al., Endokrynologia Polska 2015;66(2):132–136
Für mich ist das kein Beweis, sondern ein Grund, in der Diagnostik danach zu schauen. Nicht mehr und nicht weniger.

Die Schilddrüse steht selten allein
Aus über dreißig Jahren Arbeit mit klassischer Homöopathie und Konstitutionstherapie kenne ich ein Muster, das mir bei genauer Durchsicht der Krankengeschichte immer wieder begegnet.
Ein typisches Beispiel bei Frauen: Es beginnt mit wiederkehrenden Blasenentzündungen. Später folgen Beschwerden im Genitalbereich, schmerzhafte Regelblutungen, Zysten, Myome. Dann treten Veränderungen im Brustbereich auf. Und schließlich ist die Schilddrüse betroffen, Knoten, Hashimoto, Überfunktion.
Dieses aufsteigende Muster halte ich nicht für Zufall. In der klassischen Homöopathie sehen wir darin eine konstitutionelle Belastung, die sich behandeln lässt, und zwar nicht durch Unterdrückung der einzelnen Symptome, sondern durch Behandlung der zugrundeliegenden Dynamik.
Diese Zusammenhänge habe ich ausführlicher auf meiner Seite zur homöopathischen Behandlung von Zysten und Myomen beschrieben.
Ernährung bei Hashimoto: was darf man auf keinen Fall essen?
Diese Frage wird mir in der Praxis häufiger gestellt als jede andere. Meine ehrliche Antwort: Eine Verbotsliste, die für alle gilt, gibt es nicht. Was im Internet kursiert, ist oft von einem einzelnen Fall auf alle übertragen worden.
Was dagegen tatsächlich eine Rolle spielt:
Der Abstand zur Tabletteneinnahme
L-Thyroxin wird am besten nüchtern eingenommen, mit deutlichem Abstand zum Frühstück. Kalzium, Eisen, Kaffee und Sojaprodukte können die Aufnahme erheblich stören. Wer seine Tablette mit dem Milchkaffee schluckt, nimmt unter Umständen einen Teil davon gar nicht auf. Das ist der praktischste Hebel überhaupt, und er kostet nichts.
Jod in hoher Dosierung
Nahrungsergänzungsmittel mit hohen Jodmengen und Algenprodukte können bei einer Autoimmunthyreoiditis ungünstig wirken. Das ist etwas anderes als das Jod im Speisesalz. Besprechen Sie solche Präparate bitte mit Ihrem Arzt, bevor Sie sie nehmen.
Gluten
Hashimoto und Zöliakie treten häufiger gemeinsam auf, als es der Zufall erklären würde. Eine Abklärung ist deshalb sinnvoll. Ein glutenfreies Leben ohne diesen Befund ist dagegen kein allgemein gesicherter Weg, auch wenn es oft so dargestellt wird.
Mikronährstoffe
Selen, Zink, Eisen und Vitamin D sind bei Schilddrüsenerkrankungen immer wieder Thema. Hier gilt: messen, dann entscheiden. Insbesondere Selen sollte niemand auf Verdacht und dauerhaft hoch dosieren, denn zu viel davon schadet.
Was für Sie persönlich sinnvoll ist, zeigt sich erst nach der Diagnostik. Deshalb bekommen Sie bei mir keinen vorgedruckten Ernährungsplan, sondern eine Empfehlung, die zu Ihrem Befund passt.

Warum ich mehr anschaue als den TSH-Wert
Viele Patienten berichten mir, dass bei ihnen der TSH-Wert kontrolliert wird und bei unauffälligem Befund keine weitere Abklärung erfolgt. Der TSH kann aber im Referenzbereich liegen, während autoimmune Vorgänge bereits laufen. Ich arbeite deshalb mit einer breiteren Diagnostik:
- TSH, freies T3 und freies T4 für ein vollständiges Bild der Schilddrüsenfunktion
- TPO-Antikörper und Thyreoglobulin-Antikörper, um eine autoimmune Beteiligung zu erkennen, auch wenn die Hormonwerte noch unauffällig sind
- EBV-Serologie, um eine mögliche Virusreaktivierung einzuordnen
- Irisdiagnose zur Beurteilung der konstitutionellen Gesamtsituation. Aus naturheilkundlicher Sicht gibt sie Hinweise auf Belastungen im Bindegewebe, die im Blutbild nicht erscheinen. Sie ersetzt keine Laboruntersuchung, sie ergänzt sie.
- Eine ausführliche Anamnese, die die gesamte Krankengeschichte betrachtet und nicht nur die aktuelle Diagnose
Mehr zu diesem diagnostischen Ansatz finden Sie auf meiner Seite zur Irisdiagnose und Stoffwechselanalyse.
Wie kann Hashimoto-Thyreoiditis behandelt werden?
Mein Ziel ist nicht, L-Thyroxin zu ersetzen. Wo es notwendig ist, gehört es dazu. Mein Ziel ist, dort anzusetzen, wo die medikamentöse Therapie endet.
Konstitutionelle Homöopathie
Behandelt wird die individuelle Krankheitsdynamik, nicht allein die Schilddrüse. Das konstitutionell gewählte Mittel zielt auf die Ebene, auf der die Fehlsteuerung entstanden ist.
Abklärung einer EBV-Reaktivierung
Zeigt die Diagnostik Hinweise auf eine aktive oder chronisch reaktivierte Infektion, beziehe ich sie in die Behandlung ein.
Unterstützung des Immunsystems
Es geht darum, die Regulationsfähigkeit zu stärken, statt einzelne Werte zu korrigieren.
Begleitende Stoffwechseltherapie
Entsäuerung, Ausleitung und Mikronährstoffversorgung als Grundlage, auf der Regeneration überhaupt möglich wird.
Jede Behandlung ist individuell. Ein Standardprotokoll für Hashimoto gibt es bei mir nicht, denn jeder Patient bringt eine andere Geschichte, eine andere Konstitution und andere Belastungen mit. Genau darin liegt die Stärke der klassischen Homöopathie.
Weitere Schilddrüsenthemen in meiner Praxis
- Schilddrüsenunterfunktion, auch ohne Autoimmunbeteiligung
- Schilddrüsenüberfunktion
- Schilddrüsenknoten
- Morbus Basedow
- Unverträglichkeiten von Schilddrüsenmedikamenten
Wenn Sie unter Nebenwirkungen von Medikamenten leiden, finden Sie weitere Informationen auf meiner Seite zu Arzneimittel-Nebenwirkungen und Naturheilkunde.
Für wen ist diese Behandlung geeignet?
Für Menschen, die spüren, dass die Hormongabe allein nicht ausreicht. Die nach den Zusammenhängen fragen. Und die bereit sind, ihre Erkrankung als Ganzes anzugehen, zusätzlich zur ärztlichen Behandlung, nicht an deren Stelle.
Ob Sie bereits eine Hashimoto-Diagnose haben, ob Ihre Werte als grenzwertig gelten, oder ob Sie einfach das Gefühl haben, dass etwas nicht stimmt: Sprechen Sie mich an. Eine sorgfältige Diagnostik bringt zunächst einmal Klarheit.
Heilpraktiker Hendrik Balzer
Naturheilpraxis Frankfurt-Praunheim
Über 30 Jahre Erfahrung in klassischer Homöopathie und Konstitutionstherapie
Gemeinsam schauen wir nach den Ursachen
Direkt anrufen WhatsApp schreiben E-Mail senden
Festnetz: 069 576864
Häufige Fragen
Soll ich mein L-Thyroxin absetzen?
Nein. Änderungen an der Dosis oder ein Absetzen gehören ausschließlich in ärztliche Hand. Eine naturheilkundliche Behandlung kommt zur ärztlichen Therapie hinzu, sie ersetzt sie nicht.
Warum reicht L-Thyroxin vielen Patienten nicht aus?
Weil es die fehlenden Hormone ersetzt, ohne die Autoimmunreaktion selbst zu berühren. Viele Patienten berichten, dass sie trotz unauffälliger Werte weiterhin unter Erschöpfung und gedrückter Stimmung leiden. Dort setzt mein Ansatz an.
Können die Antikörper wieder verschwinden?
Antikörperwerte können im Verlauf sinken, das ist beschrieben. Sie schwanken aber auch von allein, und ein niedriger Wert bedeutet nicht automatisch, dass die Erkrankung verschwunden ist. Ich verspreche niemandem, dass seine Antikörper verschwinden. Was ich anbiete, ist die Suche nach den Umständen, unter denen Ihr Immunsystem zur Ruhe kommen kann.
Was unterscheidet Ihr Vorgehen?
Ich verbinde eine breitere Labordiagnostik mit klassischer Homöopathie und Konstitutionstherapie und betrachte die Krankengeschichte im Zusammenhang, nicht nur den aktuellen Befund.
FAQ-Häufige Fragen zu "Hashimoto & Schilddrüse
🌿 Warum hilft L-Thyroxin allein oft nicht bei Hashimoto?
L-Thyroxin ersetzt nur die fehlenden Hormone, behandelt aber nicht die Ursache der Autoimmunreaktion. Viele Patienten leiden trotz "normaler" TSH-Werte weiter unter Erschöpfung, Gewichtszunahme und depressiven Verstimmungen. Ein ganzheitlicher Ansatz zielt darauf ab, die eigentliche Fehlsteuerung des Immunsystems zu regulieren.
🌿 Welche Rolle spielt das Epstein-Barr-Virus (EBV) bei Hashimoto?
Das Epstein-Barr-Virus (Pfeiffersches Drüsenfieber) kann in Stressphasen reaktiviert werden und sich im Schilddrüsengewebe einnisten. Das Immunsystem greift die befallenen Zellen an – und schädigt dabei auch gesundes Gewebe. In Studien wurde EBV bei über 80 % der Hashimoto-Patienten in der Schilddrüse nachgewiesen. Eine gezielte Behandlung der Virusreaktivierung kann die Symptomatik deutlich verbessern.
🌿 Was unterscheidet Ihren Behandlungsansatz von der Standardtherapie?
Ich kombiniere eine differenzierte Labordiagnostik (inkl. EBV-Serologie und Antikörper) mit klassischer Homöopathie und Konstitutionstherapie. Ziel ist es, die fehlgeleitete Immunreaktion an der Wurzel zu behandeln – nicht nur die Hormonwerte zu korrigieren. Ergänzt wird dies durch Stoffwechseltherapie und Entgiftung, um den Körper ganzheitlich zu unterstützen.
Gemeinsam finden wir die Ursache
Leiden Sie weiterhin unter Symptomen, obwohl Ihre Werte „normal“ sind? Lassen Sie uns gemeinsam schauen, welche miasmatischen oder konstitutionellen Faktoren bei Ihrem Hashimoto eine Rolle spielen.
Ich freue mich darauf, Sie in meiner Naturheilpraxis in Frankfurt am Main persönlich zu beraten.